Mittwoch, September 06, 2006

Wenigstens Verwirrung gestiftet

Neue Post meiner Lieblingsbehörde: Irritiertes Schreiben, warum ich denn Einspruch erhoben hätte, sie hätten mir doch so fein erklärt, wie sich die Summe von 912, 42 Euro zusammensetzt. Das stimmt, liebe Mitarbeiter. Und gegen das Schreiben habe ich auch gar keinen Einspruch erhoben, sondern gegen das davor. Wie schön, dass ich Euch nun auch mal verwirren konnte. Kleiner Tipp von mir: Sprecht Euch doch mal untereinander ab, bevor Ihr Briefe schreibt. Allerdings frage ich mich nun immer noch, wo die Zahlungsaufforderung über 1043,12 Euro her kommt, denn den Bescheid habt Ihr mir ja noch nicht geschickt. Aber da davon auch grad nicht mehr die Rede ist, überweise ich Euch einfach mal nur die 912,42 Euro (und hoffe, dass mein Dispo das mitmacht) und bringe Euch damit noch ein bisschen mehr durcheinander, woll? Und keine Bange: Das letzte Wort ist da noch nicht gesprochen. Ich will erstmal nur Ruhe vor Euch haben. Derweil mach ich mich weiter schlau, und wenn es nur drei Cent sind, die ich von Euch wieder einklagen kann - dann mach ich das. Und freu mich schon drauf. Und all den Trostspender und Ratschlaggebern - vielen Dank! Ihr habt mir sehr geholfen, und ich komm bestimmt auf den ein oder anderen noch mal zurück. ;-)

11 Comments:

At 9/06/2006 11:14:00 vorm., Anonymous Hotelblogger said...

Ich kann ehrlich gesagt nicht ganz verstehen, dass Du das überweist. Du kannst genau so mit dem Zeitfaktor spielen wie jeder andere auch. Was setzt Dir die Pistole auf die Brust, genau jetzt zu überweisen?

Ich würde das, wenn ich echt knapp bei Kasse bin, erst dann machen, wenn ein Einschreiben kommt, das mir für die Woche drauf die Pfändung androht weil wegen Schufa-Eintrag.

 
At 9/06/2006 11:55:00 vorm., Blogger Kirsten said...

Weil die Gesetzeslage leider so ist, dass sie durchaus Geld von der Steuererklärung einbehalten dürfen...

 
At 9/06/2006 11:57:00 vorm., Blogger Kirsten said...

Und weil ich keinen Bock auf Zinsen hab.

 
At 9/06/2006 01:15:00 nachm., Anonymous Daniel said...

Hallo Kirsten. Ich arbeite bei der Agentur für Arbeit in Rheinland-Pfalz. Ich habe ja keine Ahnung wie das bei euch ist, aber bei uns arbeiten nur Menschen und man kann sich mit ihnen ganz normal Unterhalten. Und auch wenn es viele nicht glauben: Ja, wir haben durchaus Verständnis. Zwar nicht für alles, aber das ist ein anderes Thema... Was ich eigentlich sagen wollte: Rede doch mal mit den betreffenden Mitarbeitern und schildere Ihnen deine Situation (vl. auch Kontoauszüge mitnehmen). Zumindest bei uns in Rheinland-Pfalz ist es kein Thema eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Warum sollte das bei euch nicht auch gehen?

 
At 9/06/2006 01:28:00 nachm., Blogger Kirsten said...

@Daniel: Das ist keine Frage, dass da Menschen arbeiten. Aber sie sind nicht erreichbar. Auf den Briefen stehen keine Durchwahlen, wenn man anruft, heißt es, es gibt keine telefonischen Auskünfte (was ich okay und auch beruhigend finde). Wenn ich in der Zentrale anrufe, werde ich eh NIEMALS zu dem Mitarbeiter durchgestellt, den ich haben möchte. Gehe ich persönlich hin, geht es mir genauso. Immer, wenn ich da war, wurde ich von oben herab behandelt, und die Leute waren zunehmend irritiert, wenn sie feststellten, dass sie mit mir nicht wie klein Doof reden können. Sie versuchen dennoch immer, mich für dumm zu verkaufen. Zudem weiß die rechte dort nicht, was die linke tut, und Verständnis für meine Situation habe ich dort noch nie erfahren. Ich bin seit vier Jahren arbeitslos, glaub mir, ich weiß, wovon ich rede.
Und wenn mir jemand aus einer übergeordneten Dienststelle sagt, man hätte mit den Leute unserer Agentur auch immer Ärger, spricht das wohl eine deutliche Sprache.

 
At 9/06/2006 01:29:00 nachm., Blogger Kirsten said...

@Daniel: Das ist keine Frage, dass da Menschen arbeiten. Aber sie sind nicht erreichbar. Auf den Briefen stehen keine Durchwahlen, wenn man anruft, heißt es, es gibt keine telefonischen Auskünfte (was ich okay und auch beruhigend finde). Wenn ich in der Zentrale anrufe, werde ich eh NIEMALS zu dem Mitarbeiter durchgestellt, den ich haben möchte. Gehe ich persönlich hin, geht es mir genauso. Immer, wenn ich da war, wurde ich von oben herab behandelt, und die Leute waren zunehmend irritiert, wenn sie feststellten, dass sie mit mir nicht wie klein Doof reden können. Sie versuchen dennoch immer, mich für dumm zu verkaufen. Zudem weiß die rechte dort nicht, was die linke tut, und Verständnis für meine Situation habe ich dort noch nie erfahren. Ich bin seit vier Jahren arbeitslos, glaub mir, ich weiß, wovon ich rede.
Und wenn mir jemand aus einer übergeordneten Dienststelle sagt, man hätte mit den Leute unserer Agentur auch immer Ärger, spricht das wohl eine deutliche Sprache.

 
At 9/06/2006 01:55:00 nachm., Blogger daniela said...

*seufz*
Ich drück dir die Daumen, dass du jemanden findest, der sich robin-hood-like extrem gut auskennt und wie ein Steuerberater beim Finanzamt auch beim Arbeitsamt alle legalen Möglichkeiten kennt und für dich ausschöpft...

 
At 9/06/2006 02:08:00 nachm., Anonymous Hotelblogger said...

Nochmal wegen Nicht-sofort-Zahlen:

Wenn Du meinst, besser 3,50 Euro Zinsen sparen anstatt morgen nicht wissen, wovon was zu essen kaufen, okay, dann ist das Deine Entscheidung. Und zwar allein Deine.

Wahrscheinlicher ist es, dass, wenn Du das Geld erstmal nicht zahlst und in der Zeitspanne bis zur ultimativen Zahlungsaufforderung Dich um Klärung bemühst, Du beides erreichen kannst: morgen immer noch Geld auf dem Konto und Rückziehung der Forderung durch die Arbeitsagentur.

Wenn Du aber erstmal brav alles tust, was sie Dir schreiben, verzichtest Du auf Deinen Vorteil. Denn die wollen Dein Geld, also hast Du aktuell den Trumpf in der Hand. Nämlich das Geld.

Im Übrigen denke ich auch, dass überall nur Menschen sitzen, mit denen man reden kann. Habe im Arbeitsamt aber auch schonmal andere Erfahrungen gemacht. Am coolsten fand ich, mich zu einem persönlichen Termin hinzubestellen, nur um mir einen Wisch zu geben, den man auch in die Post hätte packen können, und über den bei dem Termin nicht mal gesprochen werden durfte ("Widersprüche bitte nur schriftlich").

Ich habe mich damals dann direkt an den Obermotz des Arbeitsamtes (damals noch Bernhard Jagoda) gewandt und siehe da - binnen 4 Wochen war alles tutti (mein letzter Arbeitgeber hatte mir eine vierteljährliche Sperre reingewürgt, die unrechtens war und dann auch zurückgenommen wurde).

Tipps wären auch noch Ombudsmänner großer Zeitungen. In Berlin bietet die Berliner Zeitung Leuten, die mit Behörden einfach nicht weiter kommen, große Hilfe an. Viell. gibt es sowas auch in Deiner Gegend oder überregional im Fernsehen? Mit ordentlich Tamtam dahinter erreichst Du bestimmt auch eine Menge.

Oder halt brav zahlen und ordentliche Eingaben schreiben. Den Ausgang solcher Geschichten gibt es dann bei Kafka zu lesen.

 
At 9/06/2006 02:34:00 nachm., Blogger Kirsten said...

Also: Das Geld, das sie haben wollen, steht ihnen nach der Gesetzeslage wohl auch zu, nämlich was von meiner Steuerrückzahlung. Wogegen ich mich wehre, sind diese Bescheide, die komplett undurchdringlich sind. Und dass es mit jedem Bescheid mehr Geld ist, das ich bezahlen soll, weil die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut. Und dass ich Zahlungsaufforderungen bekomme, ohne den dazugehörigen Bescheid je gesehen zu haben.
Und was mich mürbe macht, ist, dass sie einfach nichts raffen und sich hinter Behördendeutsch verschanzen bzw. nicht erreichbar sind, wie ich eben schon auf Daniels Eintrag geschrieben hab. Wenn ich die Hoffnung hätte, das ein Gespräch was bringt - ich hätte es schon lange versucht. Ich mache jetzt eben nur deswegen alles bloß noch schriftlich, weil ich dann die Sachen schwarz auf weiß habe und sie mich nicht mehr übers Ohr hauen können (alles schon versucht). In vier Jahren macht man eine Menge mit, und ich würd jeden anderen Weg gehen, wenn ich irgendeine Hoffnung hätte, dass es noch was bringt.

Und zahlen werd ich exakt zum Ablauf der Frist, keine Sekunde früher. ;-)

 
At 9/06/2006 06:19:00 nachm., Blogger creezy said...

Sag mal, Hotelblogger, Deine Ratschläge in allen Ehren – aber hast Du Dir mal darüber Gedanken gemacht, dass Kirsten ggfs. noch bzw. in Zukunft von diesem Verein abhängig ist? Da sind dann Ratschläge wie zweites Konto komplett irrelevant, wenn die pfänden, pfänden die jedes Konto, das von ihr pfändbar ist. Unabhängig davon, muß sie sowieso bei Leistungsbedarf und Antrag j e d e s verfügbare Konto melden. Alles andere bedeutet Zuwiderhandlung bezüglich ihrer Auskunftspflicht der Agentur gegenüber und sowas wird mit Leistungskürzungen bzw. Sperre bestraft.

Und es nützt ihr auch überhaupt nichts, das Geld nicht rechtzeitig zu überweisen, nur um der Agentur gegenüber den Dicken à la 'wie Du mir so ich Dir' zu machen. Wenn sie übermorgen von denen wieder Leistungen beziehen muß, dann heißen Rückstände der Agentur gegenüber keine Leistungsauszahlung. Wer zahlt dann Kirstens Miete?

Es gibt der Agentur gegenüber dummerweise ein gewisse Abhängigkeit als AG-Empfänger, da sind lustige Tipps um der Agentur den langen Finger zu zeigen, gelinde gesagt kontraproduktiv.

In anderen Bereich mögen sie ja ihre Berechtigung haben.

 
At 9/07/2006 06:04:00 nachm., Anonymous Hotelblogger said...

Ganz ehrlich: Meine Hinweise waren überhaupt nicht als "Nänänänä, ich kann Dir auch an'n Karren pissen" gemeint. Aber es ist halt so, dass auch das Jonglieren mit Zeiten und Fristen sich letztendlich in barer Münze auszahlen kann. Kirsten hält es ja zumindest schonmal so, dass sie erst auf den letzten Drücker zahlt.

Du hast aber Recht: wenn auch zukünftig eine Abhängigkeit besteht, sollte man nicht zu sehr "reizen". Dazu gibt es Skat. Ist halt doof, dass man sich beim Spiel David gegen Goliath manchmal von Goliath die Regeln diktieren lassen muss.

Was Konten angeht: ein Pfändungsbeschluß für ein Kotno (so war es jedenfalls vor zwei Jahren noch) bezieht sich immer auf genau ein oder mehrere Konten, die vom Gläubiger aber exakt benannt werden müssen. Man kann also nicht zum Amtsgericht oder GV gehen und sagen: "Finden Sie mal raus, welche Konten der alle hat, und pfänden Sie dann alle!" Gott, wär das schön. Dann hätte ich das Geld meiner Ex-Untermieterin schon längst in Taschen!

Kann natürlich sein, dass sich die Rechtslage seit 2004 geändert hat. Dann aber wahrscheinlich nur für Behörden und nicht für Privatpersonen, die nach wie vor von Hand jedem Cent hinterherrennen dürfen.

 

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